Seit März 2005 unterstützen wir mit den Einnahmen unserer diversen Projekte Artenschutz-Aktivitäten über die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP).
Schon seit Jahren stellt die Zoo-AG als
Non-Profit-Organisation die Erlöse aus unseren diversen Projekten dem
Artenschutz zur Verfügung. Viele unserer Mitglieder sind aktiv in
verschiedenen Naturschutzorganisationen, insbesondere in der ZGAP. Da vor
allem durch die Abgabe von Zoo-Drucksachen und Werbeeinnahmen diese
Einkünfte deutlich gestiegen sind, haben wir beschlossen, damit
künftig gezielt ausgewählte Projekte zu unterstützen.
Woher kommen die Gelder?
Verzicht auf Teile des Autoren- und Bildhonorars bei unserem Zooführer "Abenteuer Zoo"
Partnerprogramme, Provisionen und Links auf unserer Partner-Seite
"Dankeschön" von Privatleuten, Tierparks und Organisationen, denen wir z.B. mit Rat und unseren Zoo-Archiven helfen konnten.
Insgesamt wurden von uns bisher rund 9900 Euro an die ZGAP zweckgebunden überwiesen.
Damit wurden folgende Projekte unterstützt:
Das
Pakarana-Schutzprojekt in Bogotá
![]() |
Pakarana-Kolonie in
Bogotá. Fotos: René Wüst / Karin Osbahr |
Seit 2005 unterstützen wir
das Pakarana-Projekt. Es bot sich aus mehreren Gründen an:
Zum einen ist es kein Riesenprojekt, bei dem unser Engagement untergeht und
wir mit anderen Sponsoren "konkurrieren". Hier kann man auch mit vergleichsweise
bescheidenen Summen viel erreichen.
Zweitens haben viele von uns selbst in ihren Diplom- und Doktorarbeiten an
Nagetieren gearbeitet.
Drittens wird es mittelfristig auch einen Zoo-Bezug durch das vereinbarte
Zuchtprogramm geben.
Und viertens besteht zu Karin Osbahr an der Universität Bogotá
eine direkte Verbindung. Wir können so sicher sein, daß unsere
Gelder dort nicht nur hervoragend "angelegt" werden, sondern erhalten auch
schnell und unkompliziert über die Fortschritte im Projekt
Auskunft.
Pakaranas
(Dinomys branickii) gehören mit einem Durchschnittsgewicht von
12 kg und einer Kopf-Schwanz-Länge von fast 80 cm zu den größten
Nagetieren der Welt. Die Nahrung der hauptsächlich nachtaktiven
Pflanzenfresser besteht aus Blättern, Knollengewächsen und
Früchten. Pakaranas leben in Familien von meist sechs bis acht Individuen.
Die Pakarana gehört in ihrem
gesamten Verbreitungsgebiet in den nördlichen Anden zu den unbekanntesten
Säugetieren. Dieser letzte überlebende Vertreter der Familie Dinomyidae
wird von der IUCN als eine von der Ausrottung bedrohte Art eingestuft. Die
Ursache sind Landwirtschaft, Jagd und
Lebensraumzerstörung.
Erst im Jahre 1902 erreichte die erste lebende Pakarana den Hamburger Zoo. In allen alten Berichten wurde sie als auffallend zahm und gutmütig beschrieben und teilweise wie ein Haushund gehalten. Schon seit vielen Jahren ist sie in keinem Zoo Europas mehr zu sehen. In Kolumbien lebten im Herbst 2004 32 Tiere in drei Zoos. ISIS listete 2004 außerhalb Südamerikas nur 6,4 Tiere in drei US-Zoos.
An der Universität Bogotá wurde vor einigen Jahren ein Projekt zum aktiven Schutz der Pakarana ins Leben gerufen. Der Zuchtstamm bestand aus acht Pakaranas, die von illegalen Tierhändlern beschlagnahmt wurden. In einem Freigehege lebt heute eine aus etwa einem Dutzend Tieren bestehende Gruppe Pakaranas. Das Projekt wird vor Ort von der deutschstämmigen Karin Osbahr geleitet.
Im März 2005 vereinbarten die ZGAP, drei
europäische Zoos (mittlerweile vier) und die Universität Bogotá
ein MoA (Memorandum of Agreement). Darin werden u.a. jährliche Zuwendungen
an das Projekt und nach erfolgreicher Zucht mittelfristig der Export von
etwa zehn Pakaranas in europäische Zoos festgelegt. Diese Tiere werden
Dauer-Zuchtleihgaben zum Zweck eines gemeinsam koordinierten Zucht- und
Forschungsprogrammes als ein Teil der Erhaltungs-Strategie für diese
bedrohte Art sein.
Mit unserem ersten Beitrag, 1500 Euro, wurden die veterinärmedizinischen Bedingungen verbessert (Ratten und diverse Krankheitserreger hatten in den alten Gehegen den Bestand der Kolonie gefährdet).
Im April 2006 beschafften wir ein Chip-Lesegerät sowie Markierungschips zur dauerhaften Markierung der Tiere, die das Management der Kolonie deutlich erleichtern.
Weitere von uns und der ZGAP zugesagte bzw. schon bereitgestellte Mittel stehen für den Aufbau einer neuen Artenschutz-Station auf dem Gelände der Universität Bogotá zur Verfügung, deren Kosten sich Uni und die Projektpartner teilen. Im Herbst 2006 konnten wir dafür weitere 1500 Euro zur Verfügung stellen. Ende 2007 war der erste Bauabschnitt mitsamt der neuen Pakarana-Zuchtanlage fast fertig, die Zuchtgruppe wird in Kürze umgesiedelt.
Durch die verbesserten Haltungs- und Hygienebedingungen gab es erstmals seit längerer Zeit auch wieder ein gesundes Jungtier: ein Weibchen.
Zudem sollen Forschungen an weiteren endemischen Nagetierarten der Andenkordillere stattfinden, so zur "verschollenen" Rotschopf-Baumratte (Diplomys rufodoralis) und einer Greifstachler-Art (Echinoprocta (Coendu) rufescens).
Ausführliche Information über das Pakarana-Projekt und die Planungen auf den Webseiten der ZGAP.
Weitere Unterstützung ist willkommen
und wird dringend benötigt. Am einfachsten durch eine
Spende
an die ZGAP mit Verwendungs-
|
Kontakt vor Ort:
|
|
|
|
|
Das
Chinchilla-Projekt in Chile - Save the Wild Chinchillas
![]() |
Amy Deane mit einem zahmen
Chinchilla Foto: Roland Seitre |
Chinchillas waren einst in Südamerikas weit verbreitet. Das
Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla
lanigera) galt bereits als ausgerottet, wurde aber in den 1970er Jahren
in Zentralchile wiederentdeckt. Rund die Hälfte der weiterhin schrumpfenden
Population befindet sich heute in einem Reservat, doch 60% der bekannten
Kolonien liegen auf Privatland. Das weitgehend gerodete, fragmentierte Habitat
verhindert die Wiederausbreitung und den Kontakt zwischen den Kolonien, der
für den Genaustausch nötig ist.
Save the Wild Chinchillas, mehr oder weniger im Alleingang vorangetrieben
von Amy Dean, hat drei Ziele: Menschen über die Schutzbedüftigkeit
der Chinchillas zu unterrichten, Geld für Landkäufe zu sammeln
und Reservate einzurichten sowie Studien und Untersuchungen durchzuführen
und zu veröffentlichen. Dafür arbeitet STWC eng mit chilenischen
Nationalparkbehörden und Schulen zusammen.
Mit dem Geld der Zoo-AG (bislang 1500 Euro) wurde die kleine Baumschule des
Projektes unterstützt und das Anlegen von Pflanz-Korridoren zwischen
den Chinchilla-Kolonien ermöglicht.
Kontakt vor Ort:
Amy
Deane
E-Mail:
amy_deane
@
yahoo.com
http://www.wildchinchillas.org
![]() |
Huemul oder Andenhirsch Foto: Projekt |
Der Huemul oder Andenhirsch (Hippocamelus bisulcus) ist eine in Chile und Argentinien heimische Hirschart, die als kritisch bedroht eingestuft wird. Auf vermutlich weniger als 1% des ursprünglichen Bestandes reduziert, leben in Argentinien nur noch 300 bis 600 Huemuls in einem stark fragmentierten Lebensraum. Die einzige genauer untersuchte Population von etwa 50 Tieren leidet unter Verlusten durch wildernde Hunde, unkontrollierten Tourismus und Beeinträchtigungen durch (illegal) grasende Rinder. Das Schutzprojekt von Dr. Jo Anne Smith-Flueck und Dr. Werner T. Flueck konzentriert sich auf die genauere Erforschung der Population und ihrer Bedrohungsfaktoren, unter anderem durch Markierung einzelner Tiere mit Radiosendern. Ebenso sollen die Möglichkeiten der gezielten Zucht von Huemuls und die Öffentlichkeitsarbeit (u. a. Erstellung eines Films) zu deren Schutz vorangetrieben werden.
Erstmalig unterstützten wir das Projekt im Mai 2007 mit 1500 Euro. Mit unseren Geldern wurde vor allem ein neuer Außenbordmotor für das Projektboot angeschafft - die einzige Möglichkeit, weitere Teile des Projektgebiet zu erreichen und die Population der Andenhirsche zu überwachen.
Kontakt vor Ort:
Dr. Jo Anne Smith-Flueck and Dr. Werner T. Flueck
c.c.176, 8400 Bariloche, Argentina
E-Mail: j.smith @
deerlab.org
http://www.deerlab.org
Darüber hinaus unterstützen wir aktiv die Arbeit der Stiftung Artenschutz
Die Stiftung Artenschutz engagiert sich für existentiell bedrohte Formen natürlicher biologischer Vielfalt, insbesondere kritisch bedrohte Tierarten, für deren Schutz bislang keine Naturschutzinvestitionen getätigt werden können. Mehr zu unserem Engagement dort...
zuletzt ergänzt am 17. Februar
2008 -
- zur Homepage
|